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Nur von 1873 bis 1929 war
Haspe selbstständige Stadtgemeinde.
Vorher gehörte die „Landgemeinde
Haspe“ mit Voerde, Waldbauer,
Westerbauer und Vorhalle zum Amt
Enneperstraße, dessen Verwaltungssitz
allerdings Haspe war. Das Hasper Tal,
oder der Hasper Anteil des Ennepetales
mit seinen Nebentälern und Höhen, war
ursprünglich bäuerlich geprägt. Auf
kleinen Parzellen, steinigen und
größtenteils sauren Böden wurde
hauptsächlich Viehzucht betrieben. Die
bewaldeten Berge und Hochflächen waren
lange Zeit nicht kultiviert. Schon im
15. Jahrhundert hatte sich die
Notwendigkeit ergeben, sich zusätzliche
Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. Das
Reidemeisterwesen hatte sich
herausgebildet, ein vorindustrielles
Kleineisen-Gewerbe, verbunden mit Handel
in die Zentren Europas und später auch
nach Übersee. Die Wasserkraft der Ennepe
und der Bäche aus ihren Seitentälern,
sowie die Förderung von Handel und
Gewerbe in der Grafschaft Mark durch die
brandenburgisch/preußische Regierung
ließen Spezialisten aus dem Bergischen
zuwandern. So entstanden allerorts
kleine Schmieden, die sich schnell
spezialisierten und qualitätsvolle
Produkte herstellten. Sie wurden
vorwiegend mit Wasserkraft betrieben,
wozu den Fließgewässern mit Wehren und
Gräben Wasser entnommen wurde und in
Hammerteichen oberhalb der Schmieden für
den Arbeitsprozess mit dem Wasserrad
gespeichert wurde. Die Sensenschmieden,
von denen es im Ennepetal einige Dutzend
gab, und die dazugehörenden
Schleifkotten lieferten die
Erntewerkzeuge für jeden Bereich der
Landwirtschaft, hinzu kamen
Rohstahlhämmer, Block-, Kleineisen- und
Ambossschmieden und bereits 1836 wurde
mit dem Hochofen Markana der erste
Hüttenbetrieb im Tal installiert. Das
war nur möglich geworden, als
Friedrich Harkort 1829 mit einer der
ersten Bahnen Deutschlands (der
Kohlenbahn) die Zeche Trappe in
Silschede mit dem Hasper Tal verband und
für einen zügigen und gleichmäßigen
Kohletransport und –nachschub sorgte.
1847 folgte die Firma Lehrkind,
Falkenroth & Co., aus der sich später
die riesige Hasper Hütte
entwickeln sollte. Und mit dem Bau der
Bergisch-märkischen Eisenbahn schossen
die Zulieferbetriebe aus dem Boden – aus
den kleinen Hammerwerken wurden
Industriebetriebe. Menschen wurden
gebraucht und fanden Arbeit. Die
Landgemeinde Haspe überschritt zu Beginn
der 1870er Jahre die
8000-Einwohner-Grenze und ein weiteres
deutliches Wachstum war absehbar.
Schließlich hatte man 1861 eine
evangelische Kirche bekommen und 1872
ein katholisches Gegenstück sowie ein
Kriegerdenkmal. Auch gab es weit
kleinere Orte im Deutschen Reich, die
Stadtrechte besaßen, und dabei waren
viele Städte, die kaum Haspes
Steueraufkommen vorweisen konnten. So
betrieb man nach der Reichsgründung 1871
mit viel Selbstbewusstsein die
Stadtwerdung. Am 20.12.1873
unterschrieb schließlich der Deutsche
Kaiser Wilhelm I. als König von Preußen
den Erlass und erhob Haspe in den
Rang einer
Stadt.
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Aller
Anfang war schwer, denn man musste mit
dem Amt Enneperstraße finanziell
auseinander kommen, musste
Stadtverordnete wählen, und diese
wiederum einen Bürgermeister. Im
Mülheimer Stadtsekretär Karl Boshamer
schien man einen geeigneten Mann
gefunden zu haben. Der brauchte
natürlich ein Bürgermeisteramt, getrennt
vom Amtsbüro Enneperstraße, das in der
Lindenstraße 6 lag. Für 10 Tage war es
in der Berliner Straße 104
untergebracht, zog dann zwei Häuser
weiter nach Nr. 108 und landete für
einige Jahre in der angemieteten
Kurzestraße 4. Standesamt und
Stadtsparkasse fanden in der Berliner
Straße 122 eine Bleibe. Erst im Oktober
1880 zog man alle Ämter im ehemaligen
Rektoratsschulgebäude an der
Wilhelmstraße (jetzt Preußerstraße), das
dann "Verwaltungsgebäude I" hieß,
zusammen.
1873 bekam Haspe auch
seinen Bergisch-Märkischen Bahnhof
und 1887 wurde daneben das Kaiserliche
Postamt eröffnet.
Der Amtmann Petzold vom
Amt Enneperstraße verlegte 1876 seinen
Amtssitz aus der Lindenstraße in sein
neu erbautes Haus an der Hardtstraße.
Später verkaufte er der Stadt Haspe Haus
und Grund zum Bau des evangelischen
Krankenhauses.
1878 plante man bereits
ein eigenes Amtsgericht, für das der
Hasper Bürger Richard Korte
unentgeltlich an der Tillmannstraße ein
Grundstück zur Verfügung stellte. Am 1.
Oktober 1879 wurde es eröffnet.
Bürgermeister Boshamer
verscherzte es sich 1881 durch
selbstherrliche Maßnahmen mit den
Stadtverordneten und wurde abgesetzt.
Nachdem Gustav Eversbusch für einen
Monat die Leitung der Verwaltung
übernommen hatte, fand man im Amtmann
Julius Petzold einen geeigneten
Nachfolger. Dieser betrieb denn auch
sogleich die Vereinigung Haspes mit
dem Amt Westerbauer, was jedoch
zunächst auf keine Gegenliebe stieß und
erst 1896 zustande kam. Zwischenzeitlich
war Petzold 1888 verstorben und der
Wittener Stadtsekretär Franz Lange im
März 1889 sein Nachfolger geworden.
Unter seiner Führung erhielt Haspe das
heutige Stadtwappen (ohne Hasen). Lange
starb 1898 und der Beigeordnete der
Stadt Lüdenscheid, Georg Frank, wurde
Haspes 4. Bürgermeister. Das blieb er 22
Jahre lang und schließlich wurde Dr.
Richard Appel 1920 der 5. und, nach
seiner Pensionierung 1925, Hans
Swolinzky der letzte Bürgermeister der
Stadt Haspe, bevor die „Kommunale
Neugliederung des
rheinisch-westfälischen
Industriegebietes“ am 29.7.1929 die
Vereinigung mit Hagen anordnete.
Auch Boele, Fley, Holthausen, Halden,
Herbeck und Vorhalle wurden an diesem
Tag zu Hagener Vororten erklärt.
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Haspe
hatte damit aufgehört, eine selbständige
Stadt zu sein. Seine eigene Identität
hat sich Haspe aber bis zum heutigen Tag
bewahrt. Wenn ein Hasper „in die Stadt“
fährt, fährt er zum Hasper Kreisel.
Sonst heißt es: „Ich fahre nach Hagen“.
Andreas Bier und Eversbusch Wachholder
(„Hasper Maggi“) sind Nationalgetränke.
Hasper Brauchtum geht man in Hasper
Vereinen nach und hier im Besonderen im
Hasper Kirmesverein, der alljährlich im
Juni seinen Umzug mit der Hasper Kirmes
veranstaltet. Das Industrielle Herz
Haspes, die Hasper Hütte und das
Gussstahlwerk Wittmann, sind Haspe
genommen worden und auch Zwieback
Brandt, dessen Duftwolken ebenso wie die
Rauchschwaden der Eisenindustrie so
„typisch Haspe“ waren, ist verschwunden.
Die wiedergewonnene
Lebensqualität wird bleiben. Neue,
saubere Industrien siedeln sich an,
Arbeitsplätze entstehen im
Dienstleistungsbereich, Haspe wird
sauber, grün und freundlich.
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