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Erstmals
wird eine Siedlung „Wirdichuson“, um
1130 in einer Abgabenliste des Oberhofes
Schöpplenberg in Waldbauer, der damals
zum Kloster Werden/Ruhr gehörte,
erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten
wechseln die Lehnsherren mehrmals, bis
die Gegend 1375 endgültig Teil der
Grafschaft Mark wird.
Wehringhausen war ab dem 15. Jahrhundert
eine selbstständige Bauernschaft im
Kirchspiel Hagen. Ihre hauptsächlichen
Gebäude lagen entlang der Enneper Straße
(heute Wehringhauser Straße) mit einem
Schwerpunkt an der Einmündung des
Wehringhauser Baches in die Ennepe im
Bereich des heutigen
Bodelschwinghplatzes.
Zur
Landwirtschaft auf den wenig
ertragreichen Böden kamen früh
vorindustrielle Produktionsstätten, die
die Wasserkraft entlang der Ennepe und
ihrer Nebenbäche nutzten. Von den
fließenden Gewässern wurden mit Wehren
und über Gräben Teiche angestaut. Hier
konnten bei Bedarf Wasserräder
angetrieben werden, die Mühlen, Hämmer
und Walkanlagen bedienten. Im 18.
Jahrhundert finden wir sowohl
Kleineisenindustrie (Schüppen, Hacken,
Sensen ,Säbel, Sackhauer) als auch
Lederverarbeitung. Die Bäche zur Ennepe
werden schon im 19 Jahrhundert teilweise
verrohrt und verschwinden bis zum 1.
Weltkrieg gänzlich aus dem bebauten
Bereich.
Entlang der
Wehringhauser Straße als Teil des
wichtigen Handelsweges zwischen Köln und
dem Hellweg finden sich traditionelle
Beherbergungsbetriebe und
Gastwirtschaften.
Der Bau der
Bergisch-Märkischen Eisenbahn ab 1846
und der Rheinischen Eisenbahn ab 1877
schafft für die Industrie eine große
Nachfrage. Kleine Familienbetriebe
werden zu bedeutenden Fabriken, was auch
die Zahl der Bevölkerung stark anwachsen
lässt. 1876 wird Wehringhausen mit Eilpe
von der Stadt Hagen eingemeindet. Zu
diesem Zeitpunkt zählt es 5308 Einwohner
und die Gesamtbevölkerung Hagens wächst
damit auf knapp 25 Tausend. Schon 1810
war der Buschey-Friedhof als
ökumenischer Bestattungsort aller drei
Kirchengemeinden für ganz Hagen auf
Wehringhauser Gelände entstanden.
Ab
den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts
wird Wehringhausen flächendeckend
bebaut. Während die Produktionsstätten
und Hauptverkehrswege weiterhin die
Tallage beanspruchen, entwickelt sich
entlang der Augustastraße,
Bismarckstraße und Lange Straße eine
geschlossene Wohnblockbebauung.
An der Lange
Straße und um die Plätze Wilhelmsplatz
und Kaiserplatz entstehen zentrale
Einrichtungen wie Kirchen, Schulen,
Feuerwachen und Einkaufsmöglichkeiten.
Am Buschey baut man luxuriöse
„Beamtenwohnungen“ mit aufwendiger
Architektur und oberhalb davon ein
Villenviertel. Daran schließt sich
bergwärts ein weites Park- und
Waldgelände an, das vom
Eugen-Richter-Turm und der
Volkssternwarte gekrönt wird. Vor allem
im beginnenden 20. Jahrhundert wird auch
die jenseitige Bergseite am Kuhlerkamp,
dem Tücking und auf der Philippshöhe
bebaut.
Insgesamt
repräsentiert Wehringhausen als wenig
kriegszerstörter Ortsteil Hagens eine
sehenswerte Mischung aus Baustilen von
der Gründerzeit über den Jugendstil bis
zum Expressionismus, der sich sowohl in
Industriebauten, als auch in Wohnblocks
und Villen wiederfinden lässt. Die
evangelische Paulus-Kirche im Neo-Barock
und die katholische Michaels-Kirche im
neugotischen Stil sind herausragende
Beispiele dieser seltenen Baustile.
Die Grenzen
Wehringhausens verlaufen zu Kückelhausen
ungefähr entlang der Rehstraße
(Rehsiepen), zu Hagen von der Einmündung
der Ennepe in die Volme, wo es auch eine
Grenze zu Eckesey gibt, entlang der
Straße „Am Hauptbahnhof“ (früher Kölner
Straße) zur Schwenke, durch die
Elberfelder Str. und Bergstraße bis kurz
vor das Fichte-Gymnasium und den Buschey
hinauf um den Stadtgarten herum. Links
der Ennepe gehören Kuhlerkamp, Tücking
und Philippshöhe hinzu. |