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In Hagen
begann alles mit der Finanzierung. Geld
war da. Die Stadt Hagen hatte sich bei
der Europäischen Gemeinschaft um
Fördermittel für benachteiligte
Stadtteile beworben. Der Zuschlag kam
2004 für Wehringhausen und Altenhagen.
CRII hieß das Programm - Cities Regain
Identity and Image - Städte gewinnen
Identität und Image zurück. Die
Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hagen
übernahm die Projektkoordination für die
teilnehmenden sieben europäischen Städte
aus Großbritannien, Belgien und
Deutschland.
Verschiedene
Arbeitsgruppen begannen ihre Arbeit und
tauschten sich untereinander aus.
Arbeitsschwerpunkte in Hagen sollen
Stadtsauberkeit, Öffentliche Räume, eine
Imagekampagne und Bürgerbeteiligung
sein.
Als Arwed
Fritsch, der die Hagener Koordination
leitete, im Herbst 2004 an die
Öffentlichkeit trat und verschiedene
Aktionsstränge erläuterte, war dabei
auch ein Plan für "Hausgeschichten in
Wehringhausen" die auf Hinweistafeln die
individuelle Geschichte des jeweiligen
Hauses beleuchten sollten.
Das war der
Zeitpunkt, an dem der Heimatbund ins
Spiel kam. Seit 2003 befasste sich
nämlich ein Volkshochschul-Kurs unter
der Leitung des Heimatbundes mit der
Erarbeitung von Rundwegen in
Wehringhausen. Er hatte bereits zwei
Wege für das obere Buschey-Viertel und
die Lange Straße erarbeitet und mit
Sponsoring jeweils 2000 Faltblätter der
Hagener Bevölkerung zugänglich gemacht.
Mit diesen Faltblättern konnte jeder
einen ca. 1,5stündigen Weg durch einen
Teil Wehringhausens beschreiten und
bekam dabei wichtige historische und
bautechnisch interessante Gebäude und
Orte erklärt. Zwei weitere Rundwege
waren in Planung und sollten bis 2005
verwirklicht werden.
2004
wendeten wir uns also an den
Verantwortlichen Leiter des Projekts,
Herrn Dr. Schmidt, und boten unsere
sachkundige Hilfe für eine
Hausbeschilderung in Wehringhausen an.
Arwed
Fritsch besuchte unseren VHS-Kurs und
gemeinsam kam man schnell überein, dass
es wohl sehr schwierig werden würde,
private Hausgeschichten zu finden und zu
veröffentlichen. Hingegen standen
bereits genügend wichtige Objekte für
eine identitäts-stiftende Beschilderung
zur Verfügung zu denen es auch
historisches Bildmaterial gab. Als man
an diesem Abend auseinander ging, hätte
keiner geglaubt, dass noch ein ganzes
Jahr ins Land gehen würde, bis man das
erste Schild an eine Fassade heften
konnte.
Sensibilisiert für das Thema schweiften
die Kursmitglieder aus und
fotografierten Schilder in anderen
Städten. Man einigte sich auf geeignete
Objekte und schrieb Texte. Auch fanden
sich beim Heimatbund und zwei
Mitgliedern gute historische Ansichten,
die am Computer für den Zweck bearbeitet
wurden. Aber es musste auch eine
Einigung über Lay-Out und Material
gefunden werden.
Das konnten
die bisher Beteiligten nicht allein
leisten. Wer musste alles gefragt werden
um einen allgemeinen Konsens
herzustellen? Früh - vielleicht zu früh
wendeten wir uns an die Hausbesitzer,
vor allem die Wohnungsvereine und
-genossenschaften, die unser Vorhaben
begeistert aufnahmen.
Doch wie
sollten die Schilder aussehen, wie viel
Text- und Bildmenge war dem Betrachter
zuzumuten? Farbe oder Schwarz-Weiß,
welche Schrifttype, welche Schildergröße
und vor allem, welches Material? Es
sollte gut aussehen und als
Objektverschönerung begriffen werden,
dauerhaft sein - d.h. resistent gegen
Witterungseinflüsse und Vandalismus,
preiswert zu fertigen und anzubringen im
Hinblick auf viele weitere Schilder.
An einem
großen runden Tisch mit Beteiligung des
CRII Projektbüros, der Bezirksvertretung
Mitte, der Unteren Denkmalsbehörde, dem
Bauamt und dem Heimatbund konnte aus
mehreren Entwürfen und Probeschildern
ausgewählt werden. Man einigte sich auf
einen Design- und Materialvorschlag des
ardenku-Verlags. Das 35 x 40 cm große
Aluminiumschild zeichnete sich durch
klare Vertikal- und
Horizontal-Gliederung aus und wies
gute Wiedererkennungsmerkmale auf.
Während ein professioneller Lay-Outer
Text und Bildvorschläge dieser Vorgabe
anpasste, ging schon einmal unser
zweiter Vorsitzender, Dietmar Millhoff,
auf "Good-Will-Tour" durch die
Ämter und Bezirksvertretungen, um für
ganz Hagen einen Beschilderungs-Konsens
zu erzielen. Die erste Anbringungsaktion
wurde für Mitte September festgezurrt
und dabei sollten von CRII finanziert 16
Schilder zur Montage gelangen. Jetzt
mussten nur noch die Hausbesitzer
informiert und um schriftliche
Genehmigung gebeten werden. Auch wurden
diese um die Benennung eines
Verantwortlichen für den Tag der Montage
gebeten, damit die Monteure nicht
riskierten, wieder weggeschickt zu
werden. Mehrfach wurde noch die
Schilderproduktion überprüft und
schließlich das
Startsignal gegeben.
Die Beschilderung
wird nach und nach auf ganz
Hagen ausgeweitet. Das heißt wieder
recherchieren, schreiben, Bilder suchen,
"Klinken putzen". Da können wir Hilfe
gut gebrauchen.
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