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Als am
5.10.1925 der
Hagener Heimatbund von 86
Heimatfreunden im Hagener Ratskeller
gegründet wurde, war die größte Not der
Heimat gerade zwei Monate vorbei: Die
zweijährige Besetzung des Ruhrgebietes
durch Franzosen und Belgier. Hagen lag
im unmittelbaren Grenzgebiet und eine
Besetzung blieb ihm erspart, aber es gab
Übergriffe und Not durch die
Abschneidung der Handelswege.
So war es
sicherlich auch eine gehörige Portion
Nationalgefühl, die in dieser Zeit des
knappen Geldes, der Betriebsschließungen
und der steigenden Arbeitslosenzahlen
den Heimatbund
ins Leben rief. Das schnelle Wachstum
der Stadt Hagen und der Zuzug vieler
„Fremder“, vor allem aus Ost- und
Westpreußen, Schlesien und Hessen, der
seit Jahrzehnten anhielt, ließ
Traditionen und Sprache schnell in
Vergessenheit geraten. Bewahren,
Sammeln, Forschen und Erinnern waren die
frühen Ziele der Heimatfreunde. Ein
Heimatmuseum für die Stadt Hagen hatte
dabei oberste Priorität.
In den
folgenden Jahren wurden unbeirrt
geeignete Ausstellungsstücke gesammelt
und zusammengetragen, obwohl weder der
Verein noch die Stadt geeignete Räume
für iohre Präsentation hatten. Immerhin
gab es Stauräume, z.B. für die
1400-bändige Bibliothek, die der neue
Verein schon im ersten Jahr geschenkt
bekam. Mit immer neuen und
hochwertigeren Exponaten setzte man die
Stadt unter Zugzwang und bekam 1933 in
der Marktstraße 9 (ehemaliges Haus Huth)
die ersten 4 Räume für ein
Heimatmuseum
gestellt. Der Erfolg der ersten
Ausstellungen zog weitere Spenden nach
sich. 1934 wurden 4 weitere Räume
bezogen und 1937 stellte die Stadt das
klassizistische 36-Zimmer Haus
Moll/Kerckhoff im Potthoff 24 als „Haus
der Heimat“ zur Verfügung.
Für die
vorgeschichtliche Sammlung fand sich
1938 eine Villa in der Elberfelder
Straße und weiteres Wachstum war schon
geplant, als der Krieg ausbrach. Obwohl
viel ins Sauerland ausgelagert wurde,
verlor die Stadt Hagen durch Bomben und
Zerstörungen einen Großteil der
Sammlungen. Trotzdem fingen die
Heimatfreunde zum 200. Geburtstag der
Stadt im September 1946 wieder an. Einer
ersten Ausstellung folgten weitere
Präsentationen. Der Heimatbund hatte
großen Zulauf und 1947/48 bereits über
1000 Mitglieder. 1957 wurden der Stadt
die musealen Bestände übereignet und
seitdem zumindest teilweise an
verschiedenen Stellen gezeigt.
Der
Heimatbund residiert heute zusammen mit
dem Stadtmuseum, dem Stadtarchiv und dem
Hagener Geschichtsverein im
„Historischen Centrum
Wippermann-Passage“ in Hagen Eilpe,
Eilper Straße 71. Die räumliche Nähe
ermöglicht eine gute historische
Kooperation und auch Sitzungs- und
Vortragsräume können wechselseitig
genutzt werden. |